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Aktuelles

Liebe und Manpower versetzen Berge

15. November 2020

von Susanne Ganns

Auf vielfache Weise wurde in der Vergangenheit der Transport der Heiligen Steine von der beauftragten Firma immer wieder verzögert und mit vielen Ausreden behindert, bis letztendlich wir uns alle entschieden haben, den Transport über die Ganga und hinauf nach Bhairava Nagar selbst in die Hände zu nehmen.

Wie schon im Frühjahr 2020 berichtet, ist es mit viel Ausdauer und Kraft unseren lieben indischen Freunden gelungen, die Heiligen Steine über die Ganga zu transportieren, um sie an einen sicheren Ort für die Zeit während des Monsuns zu bringen.

Dies ist im März 2020 noch gelungen, doch dann kam die Covid19-Krise.

 

Der Transport der Heiligen Steine von der Ganga hinauf nach Bhairava Nagar
oder
wie mit Liebe und Kraft Berge versetzt werden!

Sehr lange standen aufgrund der Covid-Krise beim Tempelprojekt die Räder still. Dilbar war mit seiner lieben Frau Kanta noch vor dem Lockdown nach Bhairava Nagar gereist und konnte dann aufgrund des Lockdowns für lange Zeit nicht mehr nach Delhi zurück. Rohit war währenddessen in Delhi und konnte wiederum nicht zum Tempelprojekt reisen. Selbst unserem Bauleiter Negi Mahipal war es untersagt nach Dehradun zu seiner damals kranken Frau zu reisen.

Im Stillen haben die wenigen Arbeiter jene Arbeiten verrichtet, die noch möglich waren und so ging doch immer wieder «auf leisen Sohlen» einiges voran.

Nach ca. 4 Monaten war es dann Rohit und Dilbar mit vielen immer wieder neu einzuholenden Genehmigungen möglich, zwischen Delhi und Bhairava Nagar hin und her zu reisen, um das Projekt weiter zu betreuen.

Wir alle hatten grosse Sorge, wie die tonnenschweren heiligen Steine endlich hoch kommen zum Tempel. Doch Anfang August entschied Dilbar, Rohit und Mahipal mit dem gesamten Team wir bringen jetzt die Steine alleine mit unseren Kräften und der Liebe zu diesem Tempelprojekt nach oben. Irgendwie werden wir das schaffen.

Sie haben sich alle etwas Mächtiges vorgenommen, denn es galt 15.2 Tonnen Steine über eine Strecke von 800 Metern und 90 Höhenmetern in einem sehr unwegsamem Gelände nach oben zu transportieren und all das ohne Motorwinde. Während der Covid-Krise konnte zum einen kaum Bau-Material gekauft werden und zum anderen war keine Motorwinde auf dem indischen Markt kräftig genug, um die Steine hochzuziehen, welche zudem nicht noch ein enormes Loch ins finanzielle Budget gerissen hätte. Zudem hätte auch noch ein entsprechender Generator gekauft werden müssen.

Und dennoch – die Männer waren alle gewillt, diese Aufgabe in Angriff zu nehmen.

So begann ein weiteres «Heilige-Steine-Abendteuer» am 14. August 2020.

Diese handbetriebene Winde musste jedes Mal mittels sehr schweren Eisenschienen zum nächstmöglichen Weitertransport-Ort gezogen werden und wurde dann dort in den Boden jeweils verankert, damit die Steine überhaupt sicher gezogen werden konnten.

Die Männer zogen und schoben mit aller zur verfügbaren Kraft, um die Winde immer wieder weiter zu transportieren.

Dazu waren meist viele Ausgrabungen von Hand und Steine von Nöten, um die Winde entsprechend zu platzieren und zu sichern. Anschliessend mussten diese Löcher wieder geschlossen und die Steine abtransportiert werden.

Des Weiteren war es immer wieder nötig, den Weg entsprechend per Hand zu ebnen, damit die Sicherheit der Steine gewährleistet war.

Und so begann am 14. August 2020 die weitere abenteuerliche Reise der Heiligen Steine Zentimeter für Zentimeter hinauf zum Tempel.

Die Männer kurbelten, kurbelten und kurbelten und langsam Zentimeter für Zentimeter zogen sie die Steine nach oben.

Sie bauten Barrieren von Hand an schwierigen Passagen, damit die Steine dort nicht abrutschen konnten.

Es war sehr oft ein riskantes Unternehmen und so manche Schweissperlen standen auf der Stirn und viele Überlegungen, wie es weiter gehen kann, brachten schlaflose Nächte.

Wer von Euch liebe Leser hat schon mal solche Eisenträger per Handarbeit in den Boden gerammt? Könnt ihr euch vorstellen, welche Kräfte es dafür braucht, sie zum einen zu transportieren und sie in den steinigen Boden zu bringen??

Oder könnt Ihr Euch vorstellen, was es braucht eine Eisenschiene unter eine tonnen-schweren Winde oder einen Stein zu bringen, damit der Transport weiter gehen kann?

Unsere Freunde machten dies in grosser Gemeinschaft, indem sie mit der Eisenstange so lange wippten, bis sich der Stein oder die Winde lupfte.

Stets mussten immer wieder die Eisenrohre und Bleche für weitere Zentimeter unter die Steine geschoben werden und rollten so auf diese Weise langsam, sehr langsam nach oben.

Zugleich mussten auch die Ketten und Seile für die Winde wieder nachgezogen und gesichert werden.

Ein Monat später waren die Steine an diesen Positionen.

Weiter ging es hin zu dem nun schon sehr nahen Ziel.

36 Tage später – am 18. September 2020 – ein historisches Ereignis

 Der heilige Lingam-Stein steht auf dem Tempelgelände in Front des Tempels.

Nach weiteren 3 Tagen stehen auch Yoni Basis und der Yoni-Stein auf dem Gelände.

Nach nochmals 3 weiteren Tagen, in welchen auch die kleinen Wege hin zum Tempel noch verbreitert werden mussten – stehen alle drei Heiligen Steine direkt vor dem Tempel.

Es ist vollbracht.

Wie schnell liest sich dieser Bericht,
welcher 46 lange Tage intensivste und harte Arbeit beinhaltet.

Viel Schweiss ist geflossen,
viele Schuhe wurden durchgelaufen und gingen kaputt,
vielfach sind die Männer am Abend ermattet aufs Schlaflager gesunken,

doch in Liebe zu diesem wunderbaren Friedenstempel
und in Ehrerbietung an den Hausherrn SHIN

haben alle diese Männer grossartiges geleistet.

Mit ihrer Tat und diesem Transport
der Steine von SHIVA und SHAKTI,
dem Symbol der Schöpfung

haben sie die Verzögerer ausgeschaltet
und zeigten auf,

dass es auf Jeden Einzelnen – gerade in dieser Zeit – ankommt
für den Freien Frieden alles in Liebe zu geben,

denn die Liebe wird über alles siegen.

Immer wieder erreichen uns Nachrichten,
dass dies alles nur durch die geistige Welt und ihre Helfer geschehen konnte.

Natürlich ist es wahr
und sicherlich hat die Schöpfung mit all ihren Helfern
die schützende und helfende Hand gereicht,

doch ohne die Manpower und die Liebe der Menschen zur Schöpfung
wäre es niemals möglich geworden.

Tiefen Dank und grossen Respekt
und von Herzen die besten Grüsse
an alle beteiligten indischen Freunde

senden wir aus allen Landen zu Euch
und wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

आपका बहुत बहुत धन्यवाद
aapaka bahut bahut dhanyavaad