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Aktuelles

Abenteuer-Transport der heiligen Steine

7. April 2020

von Susanne Ganns
Seit ca. 1 ½ Jahren wurde unser aller Geduld sehr auf die harte Probe gestellt und immer wieder stellten sich beim Transport der Heiligen Steine Lingam, Yoni, Yoni-Basis und Naga extreme Verzögerungen ein.

Endlich im Dezember 2019 begann dann ein weiterer Teil einer wahrlich abenteuerlichen Transport-Geschichte, von welcher wir euch nun berichten können.

Im Dezember 2019
Ein Team bereitet einige Wochen lang den Weg von der Ganga hinauf zum Tempel für den Transport der Heiligen Steine vor. Eine mühsame Arbeit, bei welcher grosse Steine entfernt werden müssen, um den Weg zu verbreitern und zu ebnen.

24. Januar 2020
Endlich nach über einem Jahr seit Fertigstellung der Steine werden sie beim Steinmetz in Südindien verpackt und auf zwei LKW’s verladen und mit einer Heiligen Zeremonie auf den Weg gebracht.

02. Februar 2020
Der 1. LKW mit dem Lingam-Stein und dem Naga-Stein kommt mittags am gegenüber-liegenden Ganga-Ufer von Bhairava Nagar an, wird abgeladen und es werden die Steine mit einer Zeremonie begrüsst.

Unsere indischen Freunde und Mitarbeiter von Bhairava Nagar packen sofort kräftig an und transportieren den Naga-Stein (0.3 to) mit ihrer Manneskraft hinauf zum Tempel.

Doch wo bleibt der 2. LKW?
Aufgrund vieler Missverständnisse wird der LKW vom Auftraggeber wieder nach Südindien zurückbeordert und ist für einige Zeit unauffindbar und unerreichbar. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. X-Telefonate werden geführt, bis Gott lob der LKW zurückkommt und dann spät abends auch Yoni und Yoni Basis abgeladen werden können.

14. Februar 2020
Wir engagieren eine neue Transport-Firma für den Transport der Steine über die Ganga und hinauf zum Zentrum für den freien Frieden.

28. Februar 2020
Mit einer Verspätung von 8 Tagen reist das Transport-Team an und beginnt mit dem Bootsbau.

29. Februar 2020
Es wird weiter am Boot gebaut und eine Rampe zur Ganga bereitet.

01. März 2020
Das Boot ist fertiggestellt.

02. März 2020
Das Boot wird zu Wasser gelassen und die Stahlseile, an welchem das Boot über die Ganga gezogen wird, werden mit aller Manneskraft verlegt und befestigt.

Dazwischen sind immer wieder viele Diskussionen, wie es mit den nächsten Schritten weitergeht, denn es ist auch für die Transport-Firma eine grosse neue Herausforderung.

Viel Geduld ist gefragt und viele Fragezeichen sind in den Köpfen: Wird das mit dem Boot so gut gehen?
Und werden wir den gesamten Transport noch vor unserer Abreise am 05. März erleben?

03. März 2020
Es ist soweit – das Boot mach eine Probe-Leer-Fahrt und alles geht gut und es wird noch ein weiteres Stahlseil zur Sicherung angebracht.

04. März 2020
Die Feuer-Taufe oder besser gesagt, die Wasser-Taufe.
Das Boot wird mit einem grossen Stein beladen und damit eine Probefahrt gestartet.
Doch in der Mitte der Ganga, wo die Strömung am grössten ist, kentert das Boot und der Stein landet in der Ganga.

Das war’s dann – unser Wunsch den Transport vor Ort erleben zu können, war ausgeträumt.
Bei einer Krisen-Sitzung wurden dann neue Vorgehensweise und erweiterter Bau des Bootes besprochen.

Diese wurden dann in weitern 10 Tagen umgesetzt. Das Boot nochmals mit grossen Steinen getestet und weitere Stahlseile verlegt.

14. März 2020
Endlich ist es soweit.
Die Yoni-Basis mit 4,4 to wird auf das Boot geladen und kann sicher die Ganga überqueren. Allen fällt dieses Mal «nur» ein Stein vom Herzen, anstatt in die Ganga.!!

An diesem Tag folgen dann noch der Yoni-Stein mit 4,6 to und spät am Abend wird auch noch der Lingam-Stein mit 6,2 to verladen und über die Ganga transportiert.

15. März 2020

Hurra – es ist geschafft – alle 3 Steine sind auf der anderen Seite der Ganga.

18. März 2020
Aufgrund der beginnenden Corona-Krise reist das Transport-Team ohne Beendigung der Arbeit – d.h. ohne den Transport der Steine bis hinauf zum Tempel durchzuführen – frühzeitig ab.

23. März 2020
Das gesamte Team von Bhairava Nagar hat sich entschlossen, die Steine mit Manneskraft und ohne Motorwinde (diese konnte aufgrund der Corona-Situation nicht mehr gekauft werden) an einen sicheren Ort zu ziehen.

Es war wichtig, die Steine an einem höheren Ort zu platzieren, falls der Transport zum Tempel vor dem Monsun nicht mehr möglich ist. Während des Monsuns steigt die Ganga oft erheblich.

Die Männer haben grossartiges geleistet und wir konnten sie von hier aus nur mit all unseren guten Wünschen begleiten.

Sie haben tagelang mit der Hand gekurbelt und alle Steine Stück für Stück über Schienen und Bleche hinweg befördert. Sie haben insgesamt 15.2 Tonnen auf diese Art und Weise transportiert. Ein echtes Meisterstück.

31. März 2020
58 Tage später, nach Ankunft der Steine am gegenüberliegenden Ganga-Ufer, sind die Heiligen Steine an einem vorerst sicheren Ort gelandet.

Zugleich wurden an diesem Tag alle indischen Landesgrenzen wegen der Corona-Krise gesperrt. Alle Bauarbeiten am Tempel müssen gestoppt werden. Es können keine Baumaterialien mehr eingekauft werden.

 In buchstäblich «letzter Minute» ist es uns geglückt, dem oft starken Gegenwind standzuhalten, indem wir alle in Freundschaft zusammengehalten und sämtliche Kräfte mobilisiert haben. Im tiefen Vertrauen, dass wir es schaffen werden, sind wir mit viel Durchtragekraft drangeblieben, um die Heiligen Steine «auf unsere Seite» zu holen.

Nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark – und unser Glaube in unsere innere Kraft gemeinsam mit der göttlichen Welt versetzt Berge.

So wird diese Gemeinschafts-Arbeit in die Geschichte des Zentrums für den freien Frieden eingehen. Wir sind alle zutiefst dankbar, dass uns das gelungen ist.

Und von uns allen, die dabei seit langer Zeit mitgewirkt haben, fallen nun grosse Lasten von den Schultern und vom Herzen ab und die so lange angespannten Nerven können sich nun endlich entspannen.

Bhairava Nagar ist aufgrund der aktuellen Virus-Situation für unbestimmte Zeit geschlossen.

Wir werden sehen, wann die Steine ihre Weiterreise hoch zum Tempel antreten können und wann sie sich dann als Heilige Steine im Tempel erheben dürfen.

Der freie Frieden und die Liebe wird siegen und auch diese Krise überstehen.